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Unsere Nachbarn ganz nah - Tschechien

Brandov - Brandau



Brandov (deutsch Brandau) ist eine Gemeinde im böhmischen Erzgebirge am Zusammenfluss von Natzschung, Schweinitz und Flöha.

Brandau
wurde im 16. Jahrhundert gegründet. Die ersten schriftlichen Nachweise stammen aus dem Jahr 1549. Seinen Namen hat der Ort vermutlich von einer Brandrodung. Brandau war berühmt für Eisenfunde, viele Einwohner widmeten sich auch der Holzbearbeitung. Gottlieb Felix erwarb durch Kauf von Georg von Carlowitz Grünthal und Brandau. 1622 wurde das erste Mal die Kirche erwähnt. 1673 wurde Brandau zur Pfarrei. 1720-1730 erbaute man die barocke Kirche „Erzengel Michael". Aus dem Jahr 1730 stammt die Statue des Heiligen Johann Nepomuk. 1780 wurde die Pfarrei errichtet.
Neben der Kirche St. Michael gab es im Dorf eine Post und eine Mühle. Es lebten hier 1168 deutsche Einwohner, die vor allem im Bergbau tätig waren und Holzspielzeug herstellten.
Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs die Anzahl der Bergarbeiter weiter und in der Nähe des Dorfes entstand eine Bergarbeiter Kolonie. Das Bergwerk bekam einen Dampfgöpel und ein weiterer Förderturm wurde in die Höhe gezogen. Der Förderschacht war inzwischen 600 Meter lang und 60 Meter tief. Das änderte sich nochmals als 1906 am oberen Ende des Dorfes ein weiterer Schacht eröffnet wurde („Glückauf-Schacht") (Zdař Bůh). Daneben wurde ein großes Gebäude mit Büros und Wohnungen für die Angestellten errichtet.

Der „Glückauf-Schacht" war mit einer Seilbahn mit Olbernhau in Sachsen verbunden. Hier wurde die meiste Kohle herübergebracht und unter den Namen „Olbernhauer Anthrazitkohle" vermarktet. 1910 wurden 172 Bergarbeiter beschäftigt.

1921 wurde die Arbeit in den Bergwerken unterbrochen. Grund war die Hyperinflation der Deutschen Mark. Die Förderung wurde unrentabel. Die finanzielle Lage verschlechterte sich derart, dass Gabriel versteigert werden musste. Die Regierung unterband die Versteigerung, und „Gabriele" wurde geschlossen und demontiert. 1924 arbeiteten hier nur noch 73 Arbeiter. Viele der Einwohner mussten sich neue Arbeit suchen - als Bauarbeiter, Tischler oder Holzarbeiter, weitere fanden Arbeit in Bergwerken in Nordböhmen unter den Bergen, andere gingen zu den Walzwerken F.A. Lange in Grünthal, die auch in Böhmisch Grünthal (Zelený důl) Werksanlagen hatten. Landwirtschaft hatte hier nie die große Bedeutung, sie diente meist als Zusatzverdienst.

1946 wurde mit der Vertreibung der Deutschen begonnen. Für die Deutschen kamen zwar Tschechen, aber das Dorf verlor bis 1950 über 2000 Einwohner. Auch in den folgenden Jahren ging die Anzahl der Einwohner stetig zurück. Heute leben hier 268 Menschen und das Dorf dient als Naherholungsort.




Egerländisches


Das Land an der oberen Eger, also auch der oberpfälzer Teil, wurde im frühen 12. Jahrhundert von der bayerischen Ostkolonisation erfaßt und blieb Teil des Nordgaus. Die Stadt Eger (Cheb), 1061 als Egire erstmals urkundlich erwähnt, war dem Reich unmittelbar unterstellt, 1242 wird das Nürnberger Recht eingeführt, die Erhebung zur Reichsstadt erfolgt 1277. Durch seine starke Kaiserpfalz wurde Eger und seine Region zu einem Eckpfeiler des Reiches im südlichen Mitteldeutschland. Allerdings wurde das reichsunmittelbare Land nach dem Sturz der Staufer aufgeteilt. 1322 wurde Eger mit seiner Region für 20.000 Mark Silber an die böhmische Krone verpfändet “Reichspfandschaft“ und verblieb dort trotz der formal 1628 wiederhergestellten Landesherrschaft Bayerns. Immerhin behauptete das Egerland, staatsrechtlich gesehen, eine Sonderstellung innerhalb Böhmens, es gab den Ergerer Landtag. Da die Pfandschaft immer noch nicht eingelöst war, wurde das Gebiet 1806 auch staatsrechtlich Böhmen eingegliedert und 1918/19 Teil der Tschechoslowakischen Republik. Wegen seiner rein deutschen Bevölkerung, die den nordbayerischen Dialekt der benachbarten Oberpfalz sprach, nahm das Egerland auch ethnographisch eine Sonderstellung ein, was in der Zeit der Ersten Republik zu erheblichen Spannungen mit der tschechischen Administration führte; dazu trug auch die 1907 gegründete “Egerlända Gmoin“ bei: Neben der Mundart, die heute im Exil noch aufmerksame Pflege erfährt, ist auch noch auf die Volksbauweise (Egerländer Fachwerk) hinzuweisen, die durch die Denkmalpflege in den Dienst des Tourismus gestellt wird. Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte das Egerland 800.000 Bewohner in 857 Gemeinden. Da die Spannungen mit den Tschechen in den dreißiger Jahren stark eskalierten, wurde die Vertreibung nach 1945 besonders hart durchgeführt, so daß die restdeutsche Bevölkerung nur noch wenige tausend Leute, die meist in Mischehen leben, umfaßt.

Bäderdreieck:
Weltgeltung erhielt der Landstrich durch sein Bäderdreieck, dessen alkalisch-salinischen Glaubersalze, radioaktive Moorerde, Lithium, Säuerlinge und Eisenwasser die Kurgäste lockte.
In den Gästebüchern Karlsbads, Marienbads und Franzensbads verewigten sich die Prominenz aus ganz Europa. Unter ihnen Peter der Große, Johann Sebastian Bach, Papst Leo XII, Theodor Fontane, Franz Liszt und natürlich auch Goethe: Weimar, Rom und ... die Sprudelstadt Karlsbad an der Tepl waren für den Frankfurter die einzigen Plätze, wo er leben wollte.

Auf der Südseite des Erzgebirges verläuft auch der Egergraben.
Der Egergraben ist eine geografische Raumeinheit in Tschechien bzw. Nordböhmen. Er verläuft südlich parallel zum Erzgebirge (Krušné Hory) und ist in seiner Entstehung mit diesem verknüpft.

Entstehung:
Der Egergraben entstand als Fernwirkung der Heraushebung der Alpen im Tertiär. Durch das Nordwärtsdriften der afrikanischen Kontinentalplatte kam es in Mitteleuropa zu verstärkten Spannungen in der Erdkruste. Folglich wurde das eingeebnete Variszische Gebirge durch zahlreiche tiefreichende Brüche durchzogen. Entlang einer solchen erzgebirgisch streichenden Bruchzone sank vor 50 bis 30 Millionen Jahren der Egergraben ein. Gleichzeitig wurde die sich nördlich davon befindende Erzgebirgsscholle herausgehoben. Das Erzgebirge, das als Pultschollengebirge in Deutschland sehr flach ansteigt, besitzt dem Egergraben zugerichtet einen sehr steilen Abbruch. Die tiefreichenden Störungen stellten gleichzeitig Aufstiegsbahnen für basaltische Magmen dar. Zahlreiche Vulkanbauten gliedern heute den Egergraben morphologisch und geologisch. Zwischen den Vulkangebieten des Böhmischen Mittelgebirges entstanden im Tertiär große Sumpflandschaften, die heute die nordböhmischen Braunkohlelagerstätten bilden. Die vulkanische Aktivität in dem Gebiet ist noch nicht erloschen.


UND dann sollten auch die bekannten Egerländer Musikanten nicht ungenannt bleiben.